Das kleine Dorf und ein „Butler für alle Fälle“
- Musikverein Seedorf

- 31. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Beim Seedorfer Weihnachtstheater gibt es viel zu lachen – von einem möglichen Subventionsbetrug bei Milchvieh über Kontakt mit Außerirdischen bis zur liebestollen Magd.

In Seedorf wechseln sich beim Weihnachtstheater die örtlichen Vereine – HHC, MGV, SVS und MV – ab. Dieses Mal war der Musikverein mit der kurzweiligen Komödie „Ein Butler auf dem Bauernhof“ an der Reihe.
Nach der Einstimmung durch die Jugendkapelle des MV Seedorf und die Einführung durch den ersten Vorsitzenden Benedict Braun hieß es „Vorhang auf!“ Auf der Bühne erscheint Karl Dörrzapf (Matthias Keller) am Tisch sitzend und in Formulare vertieft, die es auszufüllen und abzustempeln gilt. Zusammen mit seiner Schwester Klara (Andrea Speck) betreibt er einen Bauernhof und eine kleine Pension, um über die Runden zu kommen.
Diener statt Traktor
Aber ist er auch ein Experte, was EU-Subventionen betrifft, die er gerne zu seinen Gunsten „optimiert“. So besitzt er 900 Milchkühe – auf dem Papier. Sogar Namen wie Aysche und Fatima hat er ihnen gegeben. Denn für die Einfuhr von Kühen aus Nicht-EU-Ländern gibt es seiner Meinung nach Subventionsgelder. Die ergaunerten Subventionen gibt er anderen, etwa seinem Freund Pfarrer Udo Glaser (Titus Schneider), der dringend Geld für ein neues Kirchendach benötigt.
Karls Schwester Klara (Andrea Speck) hat sich an einem Preisausschreiben beteiligt und hofft auf den zweiten Preis, einen Gutschein für die Reparatur ihres Traktors. Doch die Pläne auf dem Hof geraten außer Kontrolle, als Klara den Hauptpreis gewinnt, „einen Butler für eine Woche“ (Gordon Krumbeck). Jetzt gerät das beschauliche Landleben total durcheinander.
Fotos: Rudolf
Die Schlinge zieht sich zu
Karls Nachbar Fred (Michael Stern), ein Sonderling, bereichert das Dorfgeschehen mit einer angeblich bevorstehenden Alien-Entführung, um im Weltall für Nachwuchs zu sorgen. Eine weiter illustre Rolle spielt Monika Katzenauer (Salome Haag). Sie macht Ferien auf dem Bauernhof und will eigentlich nur die Natur genießen.
Zu allem Überfluss tritt jetzt auch noch die forsche Sylvia Kleinbock (Tanja Bantle), eine Beamtin des Landwirtschaftsministeriums, in Erscheinung, der einige Dinge auf dem Bauernhof sehr seltsam vorkommen. Denn wie kann beispielsweise ein drei Monate altes Kalb 190 Liter Milch geben? Doch Bauer Karl liest seelenruhig die Zeitung, während über seinem Kopf die Geier kreisen.
Eine intergalaktische Mission
Er redet sich raus: „Da habe ich wohl das Komma an der falschen Stelle gesetzt oder habe die Mutter mit der Tochter verwechselt – gemeint sind hier Kühe –, weil beide die gleiche Nummer haben. Die Beamtin redet von Betrug, Karl von einem Irrtum.
Nachbar Fred ist mal wieder dabei, die Erde zu verlassen. Um die Kommunikation mit den Außerirdischen herzustellen trägt er einen Spezialhelm mit Antennen. Auch er bettelt Karl an, ihm Geld zu geben, damit er seinen wichtigen Pflichten nachkommen könne.
Der Butler hilft
Plötzlich und unerwartet taucht in fremde Person auf – ein Butler namens Johann. Und so stellt sich heraus, dass Klara nicht den gewünschten zweiten Preis – eine kostenlose Inspektion ihres Traktors –, sondern den ersten Preis der Landwirtschaftszeitung gewonnen hat: einen ausgebildeten Butler, der der Familie sieben Tage lang zu Diensten sein würde. Er erweist sich als stoisch ruhig, abgeklärt und äußerst redegewandt, also jeder Situation gewachsen. Die liebestolle Magd Lore Miese (Katharina Keller) sieht in ihm ein Mannes-Opfer und will ihm an die Wäsche, doch Johann wehrt sich mit Kräften.
Doch ist Bauer Karl nun ein Subventionsbetrüger? Die Lösung naht – da scheint ein Wunder zu geschehen. Durch eine Spitzfindigkeit hat Karl die Beamtin des Landwirtschaftsministeriums getäuscht und überrumpelt – mit tatkräftiger Unterstützung von Butler Johann. Dieser erweist sich als fachlicher Kenner der EU-Subventionen für gemietete Leasing-Milchkühe.
Ein Seedorfer im Weltall
Die Beamtin scheint damit einverstanden und entschuldigt sich bei Karl, der ohne jegliche Strafe davonkommt. Denn alle seine scheinbaren Betrügereien und Spitzfindigkeiten waren nicht Eigensinn, sondern kamen dem ganzen Dorfe zugute.
Einen starken Schluss lieferte nochmals Fred, als er die Ankunft seiner außerirdischen Freundin ankündigt und diese auch wenig später auf der Erde landet. Fred ist gekommen, um sich zu verabschieden. Seine Mission lautet: „Wir fliegen jetzt zu den Sternen!“































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